Closer to perfection
Durchwachsenes Debüt auf der Road America für Manthey
Racing | IMSA
  • Platz neun für den Manthey Porsche in der GTD PRO- (#911) und Rang 16 für Manthey 1st Phorm in der GTD-Klasse (#912)
  • Beide Fahrzeuge trotz starker Ausgangspositionen durch Strafen im Rennen zurückgeworfen

Plymouth. Manthey beendet ein positiv begonnenes Wochenende auf der Road America nach einem chaotischen Sechs-Stunden-Rennen auf den Rängen neun (GTD PRO, #911) und 16 (GTD, #912). Das Debüt des Teams auf dem 6,515 Kilometer langen Kurs im US-Bundesstaat Wisconsin begann unter guten Bedingungen: Beide Fahrzeuge platzierten sich in den Trainingssitzungen unter den Spitzenpositionen der Zeitenlisten und zeigten das Potenzial der Porsche 911 GT3 R. Auch die Startränge fünf für die Startnummer 911 und 14 für die 912 – die zweitbeste Bronzezeit des GTD-Qualifyings -spiegelten dies wider.

In einem von Beginn an durch Unfälle sowie daraus resultierende Gelb- und Safety-Car-Phasen definierten Rennen konnte sich der Grello Porsche zunächst in der Spitzengruppe behaupten und nach rund einer Stunde die Führung der GTD-PRO-Klasse übernehmen. Trotz einer von der Rennleitung angeordneten außerordentlichen Reparatur aufgrund eines zu geringen Reifendrucks gelang es Klaus Bachler (Österreich) und Thomas Preining (Österreich) dank der richtigen Strategie, die Spitzenposition zurückzugewinnen. Im letzten Renndrittel verlor das Fahrzeug jedoch erneut Positionen durch eine für das Blockieren eines anderen Teilnehmers ausgesprochene Durchfahrtsstrafe. Nachdem Preining sich mit rund einer Stunde verbleibender Rennzeit erneut in die Top Fünf vorgearbeitet hatte und um ein mögliches Podium kämpfte, folgte die zweite Durchfahrtsstrafe aufgrund eines Power Overshoots der 911 infolge eines Kontakts im Zweikampf. In Kombination mit den dabei entstandenen Schäden bedeutete dies einen nicht mehr aufholbaren Rückstand, sodass der Neunelfer das Rennen auf Rang neun des GTD-PRO-Feldes beendete.

Auch die Manthey 1st Phorm Besatzung konnte ihre starke Ausgangsposition im weiteren Rennverlauf nicht in ein entsprechendes Ergebnis ummünzen: Nachdem Riccardo Pera (Italien) das Fahrzeug von Ryan Hardwick (USA) übernommen hatte, profitierte er zunächst von der durch seine Ingenieure gewählten Boxenstoppstrategie und konnte mehrere Positionen gutmachen. Eine Durchfahrtsstrafe wegen Fahrverhaltens warf die 912 zur Rennhalbzeit jedoch auf Rang 17 zurück. Dennoch knüpften Pera und Morris Schuring (Niederlande) dort an und arbeiteten sich wieder nach vorne. Schuring lag bereits auf Position acht in den Punkterängen, als eine zweite Strafe wegen eines Kontakts ausgesprochen wurde. Da das Rennen unter Safety Car beendet wurde, konnte diese Strafe nicht mehr abgesessen werden. Stattdessen wurde eine Ersatzstrafe in Form einer Rückversetzung um acht Positionen verhängt, wodurch Manthey 1st Phorm letztendlich auf Rang 16 der GTD-Wertung klassifiziert wurde.

„Road America war nicht das Rennen, das wir uns erhofft hatten,“ bilanziert Patrick Arkenau, Geschäftsbereichsleiter Racing der Manthey Racing GmbH. „Die Pace beider Fahrzeuge war sehr gut, wir konnten uns von Beginn an in einer aussichtsreichen Position etablieren und mit der 911 die Führung übernehmen. Verschiedene Strafen haben unser Rennen jedoch zunehmend erschwert. Die technischen Strafen waren zweifellos korrekt und nachvollziehbar. Bei einigen Entscheidungen im Bereich der Driving Standards fällt es uns aktuell noch schwer, die Linie der Rennleitung vollständig nachzuvollziehen, insbesondere da wir auch selbst in vergleichbare Situationen involviert waren, die nicht geahndet wurden. Wir werden den Vorfall sorgfältig aufarbeiten und den Austausch suchen, um ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln. Letztlich hat uns das mit beiden Fahrzeugen die Chance auf ein besseres Ergebnis genommen. Positiv hervorzuheben bleibt die starke Performance unseres Teams und unserer Fahrer. Jetzt richten wir den Fokus auf das Finale in Road Atlanta mit dem klaren Ziel, unsere IMSA-Debütsaison mit beiden Fahrzeugen im Kampf um den Sieg zu beenden.“

Damit steht für Manthey im Michelin Endurance Cup nur noch ein Rennen auf dem Plan: Das Saisonfinale auf dem Michelin Raceway Road Atlanta vom 30. September bis 3. Oktober verspricht mit acht Stunden Renndistanz einen spannenden Saisonabschluss.

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Klaus Bachler, Manthey Porsche 911 GT3 R #911: „Das ist nicht das Ende, das wir uns für dieses Rennen erhofft hatten. Wir hatten ein mega Auto und die Geschwindigkeit, um um den Sieg zu kämpfen. Eine erste Strafe wegen Blockings hat uns schon früh zurückgeworfen, aber wir haben uns wieder nach vorne gearbeitet. Die zweite Drive-Through-Strafe aufgrund eines Power-Overshoots kurz vor Rennschluss hat uns dann letztlich aus dem Kampf genommen. Jetzt gilt es, dies genau aufzuarbeiten. Es ist vor allem schade für das Team, denn heute war definitiv alles möglich im Kampf um den Sieg - eine Chance, die wir nicht nutzen konnten.“

Thomas Preining, Manthey Porsche 911 GT3 R #911: „Es war ein frustrierender Nachmittag für uns. Wir hatten ein schnelles Auto, und auch das Team hat mit Strategie und Boxenstopps alles richtig gemacht. Doch dann wurden einige Vergehen geahndet und gleichzeitig ist uns das Rennen an verschiedenen Stellen einfach entglitten. In der IMSA passiert das sehr schnell, etwa wenn eine Gelbphase oder ein Safety Car zum ungünstigen Zeitpunkt kommt. Deshalb hatten wir nicht alles selbst in der Hand. Trotzdem war das heute auch nicht unsere beste Leistung, und daran müssen wir arbeiten. Jetzt schauen wir nach vorne, denn mit dem Saisonfinale wartet bereits die nächste Chance auf uns.“

Ryan Hardwick, Manthey 1st Phorm Porsche 911 GT3 R #912: „Nach einem wirklich positiven Wochenende ist das ein sehr enttäuschendes Rennende. Wir hatten uns nach vorne gearbeitet und uns in den Kampf um die Top Fünf gebracht, doch zwei separate Strafen haben uns jeweils ans Ende des Feldes zurückgeworfen und unser Rennen dadurch extrem schwierig gemacht. Es war teilweise nicht einfach zu verstehen, wo die Grenze zwischen hartem Racing, ausreichend Platz für die Konkurrenz und einer Strafe liegt. Trotzdem haben meine beiden Teamkollegen einen großartigen Job gemacht, während ich persönlich heute etwas mehr mit den Bedingungen zu kämpfen hatte. Nach dem Sieg in Watkins Glen ist es natürlich enttäuschend, weiter hinten ins Ziel zu kommen. Wir werden uns jetzt die Zeit nehmen, alles zu analysieren, verstehen, wo wir uns verbessern können, und beim Saisonfinale in Petit Le Mans stärker zurückkommen.“

Riccardo Pera, Manthey 1st Phorm Porsche 911 GT3 R #912: „Es war ein sehr unglückliches Rennen für uns, und am Ende konnten wir nicht das Ergebnis erzielen, das wir uns erhofft hatten. Wir hatten das gesamte Wochenende über ein starkes Gesamtpaket, und das Team hat wie immer einen großartigen Job gemacht. Leider haben uns mehrere Strafen sowie der chaotische Rennverlauf das Leben sehr schwer gemacht, und letztlich war es einfach nicht unser Tag. Das ist enttäuschend, aber wir werden die positiven Aspekte mitnehmen, daraus lernen und in Road Atlanta im Oktober stärker zurückkommen – davon bin ich überzeugt.“

Morris Schuring, Manthey 1st Phorm Porsche 911 GT3 R #912: „Alles in allem ist es ein enttäuschendes Ende einer ansonsten sehr positiven Woche. Für mich war es das erste Mal auf Road America und auch für das Team der erste Einsatz hier. Ich denke, wir haben in der Vorbereitung auf das Rennen alles sehr gut umgesetzt. Auch während des Rennens ist es uns trotz einiger Herausforderungen gelungen, konzentriert zu bleiben und diese unter Kontrolle zu halten. Leider hat uns eine Kombination aus Zwischenfällen und Strafen das Leben sehr schwer gemacht und dazu geführt, dass wir weniger Punkte mitnehmen konnten, als wir uns erhofft hatten. Das ist schade, denn ich bin überzeugt, dass wir deutlich mehr Potenzial hatten und ein stärkeres Ergebnis verdient gewesen wäre. Manchmal ist das einfach Motorsport, und das müssen wir akzeptieren. Wir werden die positiven Aspekte mitnehmen, aus diesem Wochenende lernen und den Blick auf das nächste Rennen richten.“

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